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"Mit allen Sinnen Irland erleben"

Der BardeEinige Lieder für sein Programm hatte sich Klaus Landau vergangene Woche extra noch telefonisch aus Irland durchgeben lassen. Der Reutlinger hat zwar ein ganzes Repertoire an selbstgeschriebenen Stücken und Texten vorzuweisen, doch bei einem gelungenen Vortrag über Irland dürfen natürlich “traditional songs” nicht fehlen - alte, seit langem von Barde zu Barde überlieferte Lieder (...)

Doch Klaus Landau hatte noch viel mehr zu bieten: Bei einem irischen Abend in der Pfullinger Stadtbücherei brachte der Schwabe seinen rund vierzig Gästen das Land, das ihn seit seiner Kindheit fasziniert, gleich auf mehreren Sinnesebenen nahe. Zu hören gab es neben den traditionellen auch selbstgeschriebene Songs und Gedichte, das kunstvolle Spiel auf der “Bodhrán”-Trommel begeisterte das Publikum auch visuell, und die Geschmacksnerven ließen sich in der Pause gerne vom Geschmack des eigens aus Irland mitgebrachten Tees anregen. Nur das charakteristische Torffeuer gab es nicht zu riechen, doch Landaus einfühlsame Worte machten das mehr als wett.

 

"Irland mit allen Sinnen: Ein gefühlvoller Klaus Landau"

Plakat 1Musik wie im irischen Pub. Ganz ohne elektronische Verstärkung, allein mit seiner Stimme und der Gitarre oder der Bodhrán, füllte Klaus Landau den voll besetzten Saal aus. An die hundert Zuschauer waren ins Bad Uracher Tagungshaus der Landeszentrale für Politische Bildung gekommen (...)

Der 33jährige Reutlinger trug nicht nur Songs, Tänze und Balladen von der “Grünen Insel” vor, die zum Großteil beim Publikum bekannt waren und zum Mitklatschen verführten. Er las auch aus seinem eigenen Reisetagebuch vor: Erlebnisse, Geschichten und Gedichte ließen in jedem Zuhörer eigene Bilder zum Thema “Ein letzter Atem Westwind” aufsteigen. Fröhliche Lieder wechselten mit traurigen, die Klaus Landau mit sehr viel Gefühl und Ausdruck darzubieten verstand. In seiner Interpretation entfaltete sich sogar aus Molly Malone die ansonsten leicht zu übersingende Dramatik eindrucksvoll.”

 

"Irland kann auch mitten in Nagold sein"

Gitarrenspiel LandauAus allen Nähten platzte die Stadtbibliothek beim irischen Abend. (...) “Wir hatten noch nie so einen Andrang”, sagte Ingrid Züfle fast entschuldigend in Richtung der Zuhörer, die auf der Innentreppe und selbst noch auf dem Boden im Flur Platz nehmen mußten, nachdem die Besucherzahl gen 100 tendierte. (...)
Mit Gitarrenklängen und unter Einbeziehung des traditionellen irischen Percussion-Instruments “Bodhrán” spiegelte Klaus Landau seine ganz persönlichen Eindrücke und Empfindungen “aus dem Land des Regenbogens” wider. Auf einem Barhocker sitzend hielt er während der Musikstücke die Augen fest zusammengepreßt, als wolle er die reale Welt um ihn herum aus seinem Bewußtsein verdrängen. Im Sinne eines Liedermachers erzählte der Komponist und Musiker in seinen überwiegend englischen Songs von Irland. Schwäbisch locker führte er in jedes einzelne Lied ein und berichtete von seinen Reisen. Zwischendurch ließ Klaus Landau die Zuhörer in Form von kurzen Lesungen und Gedichten an seinen Insel-Aufenthalten teilhaben. Sie spiegelten seine Liebe zu Land und Leuten sowie zur Natur wider.”

 

 

 

“Daß die “Grüne Insel” die Stadtbibliothek fast zum Platzen bringt, konnten die Veranstalter (...) am letzten Mittwoch zufrieden feststellen: Alle verfügbaren Stühle - und einige Sitzgelegenheiten mehr - waren besetzt.
Plakat 2
Zu Guiness und Lachs präsentierte Klaus Landau traditionelle irische Songs von den melancholischen Fields of Athenry über die Cliffs of Dooneen bis hin zum Pub-Song The Wild Rover. Verhalten spielte er dazu die Gitarre, schlug beschwörend die Bodhrán, die alte keltische Trommel. Dazwischen trug er eigene Gedichte vor; dann fügte er als weitere Facette Passagen aus seinem Reisetagebuch hinzu.”
“Klaus Landaus Kompositionen greifen auf typisch irische Harmoniefolgen und Melodiefragmente zurück. (...) spannend, wie er aus vorhandenen Elementen neue Werke erschafft. Klaus Landau verfügt über eine gute, ausdrucksstarke Stimme, die er sehr gezielt einsetzt; sein Gitarrenspiel unterstützt seinen Gesang dezent und unaufdringlich. Reich an Abwechslungen war Landaus Vortrag, kombiniert mit seiner informativen Moderation gestaltete sich die Matinée kurzweilig.”

 

 

 

 

Songs mit Landau“In seinem Reisebericht schreibt Klaus Landau von Wind und grau bedecktem Himmel, vom Torffeuer in weiß getünchten Häusern und von dem charakteristischen Kopfnicken, mit dem die Iren auch Fremde begrüßen. (...) Immer wieder zieht er den Vergleich zwischen Irland und Deutschland und stellt fest, daß “Geschichte ein Teil der Identifikation für die Iren” ist, daß sie sich “ihrer Geschichte nicht schämen, im Gegensatz zu den Deutschen”.
Erinnerung an Vergangenes, Trauer über den Krieg und viel Sentimentalität wohnen den Liedern inne, die das Repertoire Klaus Landaus bilden. Bei The Foggy Dew, Fiddler´s Green, Dirty Old Town und Molly Malone verklären sich die Gesichter der Zuhörer und manche summen leise mit. Mit viel Feingefühl fängt er die Stimmungen der Songs ein, die er mal auf der Gitarre, mal auf der Bodhrán begleitet.”

 

 

 

 

Irische Trommel“Zu den Höhepunkten des Abends gehörte Klaus Landaus Spiel auf der Bodhrán, einem alten irischen Percussion- Instrument. Es gleicht einem großen Tambourin, an dessen Rückseite ein großes Holzkreuz befestigt ist, an dem das Instrument gehalten wird, während die andere Hand mit einem “stick”, einem zweiseitigen Schlegel, oder mit den bloßen Fingern über die Fläche wirbelt. Schon als er die Bodhrán zum ersten Mal spielte, habe er seine Begabung für diese irische Trommel entdeckt, berichtete Klaus Landau. (...)
Diese stimmungsvollen musikalischen Darbietungen bildeten den Rahmen für Landaus Vortrag seiner Reiseberichte und Gedichte. Schon vor rund zehn Jahren trat der nun 32jährige erstmals mit literarischen Arbeiten an die Öffentlichkeit. (...) Anfang der 90er Jahre betätigte er sich als Texter, Komponist und Gitarrist eines Gitarrenduos. 1994 erarbeitete er sich ein Soloprogramm und veröffentlichte seinen ersten Gedichtband, der den Titel Seelenbilder trug. Der Lyrik blieb er auch weiterhin treu und beteiligte sich an entsprechenden Anthologien und Zeitschriften. Einen weiteren, im folgenden Jahr erschienenen Band nannte er Zerbrechlicher als Glas.

 

"Reise ins Regenland"

Konzert LandauMit einem Werbespot hat es angefangen. Der, in dem ein Mann durch grüne Landschaft streift und sich Seife unter die Achseln klemmt. Seither sei er Irland-Fan, erklärte Klaus Landau seinem Publikum. (...)
Das Geheimnis Irlands sei nicht das Guiness-Bier, wie eine Zuhörerin vermutete, sondern der Regen, sagte Landau. Und davon gäbe es mindestens eine Million Spielarten zwischen dem “drizzle” und dem “heavy rain”. Einige davon beschrieb er im Sprechgesang, besonders gefalle ihm der warme, weiche Regen, erklärte er. (...) Bevor Landau sang, erklärte er die Texte der Songs und setzte sie in ihren historischen oder gesellschaftlichen Zusammenhang, locker und immer mal Anlaß zum Schmunzeln gebend. Die Bodhrán kam zum Einsatz, als er die Geschichte der jahrhundertelangen Unterdrückung des irischen Volkes in einem Song erzählte. Das weiche Schlagen im Rhythmus des Songs endete in einem wahren Trommelfeuer, die Zuschauer waren begeistert. (...) Die meisten der Zuhörerinnen und Zuhörer waren bekennende Irland-Fans, die bei echtem irischen Tee und Guiness-Bier in Erinnerungen an eigene Reisen schwelgten. Im zweiten Teil des Programms kam spätestens mit den Trinkliedern Stimmung auf.”

 

“Fragt man Klaus Landau nach dem Beginn seiner Faszination für Irland, so fallen ihm die Luftaufnahmen der grünen Hügel am Meer ein, die jahrelang in Werbespots für Irish Moos zu sehen waren. Schon als Kind hätten ihn diese Bilder beeindruckt, und als er endlich in das Land seiner Träume reisen konnte, ist die Begeisterung noch gewachsen. (...)
Lesung Klaus LandauKlaus Landau gelang es, die Besucher in der nüchternen Umgebung der Bibliothek mit auf die Reise zu nehmen, weil er Beobachtetes anschaulich wiederzugeben vermag. “Zum dreizehnten Mal an diesem Tag schien die Sonne”, erzählte er, vom Rauch des Torffeuers schien der Raum durchflutet. Daß er sich nicht in Klischees verfing, ist dem ironischen und unprätentiösen Grundtenor Landaus zu verdanken. So scheute er sich nicht darauf hinzuweisen, daß er manche der als traditionell verkauften Trinklieder noch nie wirklich in einem irischen Pub gehört habe, oder daß auch in Irland als typisch irisch verbreitete Geschichten wohl eher im Reich der Mythen angesiedelt seien.”

 

 

 

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