Abschied
 

Zuletzt schließe ich die Augen, weil sie Verbündete der Erinnerung sind, und werde ihn wohl riechen, den Geruch Irlands, den schweren Geruch nach Torffeuer, der alles einnimmt und durchdringt und vielleicht auch meinen Traum, so wie er mein Leben durchdrungen hat. Selbst in Derry, der geteilten Stadt, zwischen den dicht gedrängten Häuserblocks des Grainan Drive, ziehen Rauchschwaden brennenden Torfes dahin, grau, beißend, als wollten sie die Iren beschwören, den Kampf der Väter an die Söhne weiterzugeben.

Während der breite Fluß die Stadt in einen englischen Süden, einen irischen Norden teilt, und die Bogside fried-lich ist und kein Mensch, ob Engländer oder Ire, heute sterben muß, sehe ich uns wieder sitzen bei unseren Tee-tassen und dem Versuch, Mick und Roisine ein paar Brocken irischer Sprache nachzusprechen.

Schroff klingt sie, die Sprache der Kelten. Als ob man versuchte, einen Stein zu schlucken. Gor a maith agat heißt Danke. Wir lachen, als ich dabei fast meine Zunge. Auf Wiedersehen heißt Slán, und dann erinnere ich mich auch wieder an das schönste irische Wort, das Wort für Torf: Móna.