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| Ruine |
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Wie so viele vor und nach uns hatten wir Bölls Irisches Tagebuch im Rucksack und machten uns auf den Weg zum verlassenen Dorf. Zuerst war es kaum auszumachen; von einem Hang herab entdeckten wir verstreute Mäuerchen, verwaiste Steingiebel und die Stirnseiten von Häusern, die wie stumpfe Zähne im modrigen Boden steckten. Skelett einer menschlichen Siedlung, sagt Böll. Weshalb konnten sie hier nicht leben? Vom Fischfang zum Beispiel, mit dem Atlantik direkt vor der Nase. Wohin waren sie gezogen? Es schien tatsächlich noch alles unberührt. Niemand hatte die Überreste abgetragen oder ein Denkmal daraus gemacht, eine Touristenatraktion, zum Glück niemand, der am Ende noch Eintrittsgeld kassieren wollte. Wofür auch? Bölls dramatische Schilderung konnten wir nicht so recht nachvollziehen. Dennoch: Der stumme Ort sprach vom Vergangenen, umso mehr, als es nirgendwo Schriften oder Erzählungen über das Dorf und seine Bewohner gab. |
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