Heavy Rain
 

In Irland hat das Geheimnis sogar einen Namen: Regen.

Den feinen Regen, "Drizzle" genannt, spürt man erst, wenn es zu spät ist, wenn die Klamotten schon naß geworden sind. Den starken Regen, "Heavy Rain", kann man gar nicht früh genug spüren. Ich weiß nicht, wieviele Liter Regen dann auf einen Quadratmeter stürzen.

Zwischen dem Drizzle und dem Heavy Rain gibt es so ungefähr eine Million Spielarten. Das steht in keinem Buch, ich denke es mir so. Die lieblichste von allen ist die Weiche: das ist dünner, weicher Regen, von dem man fast gestreichelt wird; oder die Warme, da wünscht man sich eigentlich nur noch ein Stück Kernseife. Die atlantische Variante ist etwas für die Unverbesserlichen, die Verwegenen unter ihnen ... peitschender Regen vom Meer her, und ständig läuft es einem salzig übers Gesicht.

Der Stop-And-Go-Regen macht keinen Spaß mehr, der lauert hinter jeder Windböe. Den stärksten mentalen Einfluß übt jedoch der Weihnachtsregen aus, der am 6. Dezember mit dem Nikolaus kommt und erst am 6. Januar mit den heiligen drei Königen wieder von dannen zieht. Daß Irland das Land der tausend Regenbögen genannt wird, geht auf seine Kappe, oder besser, auf seinen Schirm.